
Regulatorische Änderungen mit klaren Prozessen im Griff behalten
Wenn regulatorische Fristen näher rücken, müssen Sie sicher sein, dass Ihr Unternehmen alle Anforderungen rechtzeitig erfüllt – ohne ständig bei den einzelnen Teams nachhaken zu müssen. Ein strukturierter Prozess für regulatorisches Änderungsmanagement hilft Ihnen, Handlungsbedarf frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen gezielt nachzuverfolgen und die Umsetzung aller erforderlichen Änderungen nachzuweisen.
Was ist regulatorisches Änderungsmanagement?
Regulatorisches Änderungsmanagement bezeichnet den Prozess, mit dem Unternehmen regulatorische Änderungen überwachen, deren Auswirkungen auf das eigene Unternehmen bewerten und notwendige Anpassungen an Richtlinien, Kontrollen, Verfahren, Schulungen, Berichtspflichten oder Anforderungen an Drittparteien umsetzen. Dabei wird auch festgelegt, wer für die jeweiligen Maßnahmen verantwortlich ist und wie Entscheidungen dokumentiert werden.
Die Überwachung regulatorischer Entwicklungen und das regulatorische Änderungsmanagement erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Während die Überwachung relevante Änderungen identifiziert und filtert, stellt das Änderungsmanagement fest, wo Handlungsbedarf besteht, und begleitet die erforderlichen Maßnahmen bis zu ihrem Abschluss. Die Dokumentation sollte nachvollziehbar machen, welche Änderungen vorgenommen wurden, wie deren Umsetzung überprüft wurde und ob eine weitere Überwachung erforderlich ist.
Warum regulatorisches Änderungsmanagement wichtig ist
Regulatorisches Änderungsmanagement hilft Ihrem Unternehmen, neue und sich ändernde regulatorische Anforderungen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Ein klar strukturierter, automatisierter Prozess ermöglicht es Ihnen, notwendige Anpassungen gezielt nach Dringlichkeit und Auswirkungen zu priorisieren.
Fehlt ein klar definierter Prozess, kann es passieren, dass ein Team bereits eine Richtlinie aktualisiert hat, während ein anderes weiterhin nach den bisherigen Vorgaben arbeitet. Dadurch entstehen Compliance-Lücken, Fristen werden versäumt und wertvolle Zeit geht verloren, weil Zuständigkeiten unklar sind oder Entscheidungen nicht mehr nachvollzogen werden können.
Regulatorisches Änderungsmanagement ist zudem eng mit dem übergeordneten Bereich Governance, Risiko und Compliance (GRC) verknüpft. Regulatorische Änderungen betreffen selten nur einen einzelnen Unternehmensbereich. Sie können Auswirkungen darauf haben, wie ein Unternehmen Risiken steuert, Mitarbeiter schult, Geschäftsprozesse gestaltet oder Berichtspflichten erfüllt.
Die Vorteile eines klar strukturierten Prozesses zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen
Ein standardisierter Prozess sorgt dafür, dass alle Beteiligten regulatorische Änderungen nach einem einheitlichen Ablauf bewerten, erforderliche Maßnahmen umsetzen und deren Wirksamkeit überprüfen. Gleichzeitig schafft er Transparenz über Zuständigkeiten und Entscheidungen – auch wenn Aufgaben zwischen der Rechtsabteilung, dem Risiko- und Compliance-Management und den betroffenen Geschäftsbereichen übergeben werden.
Ein solcher Prozess hilft Ihrem Team dabei:
- Sich bei der Prüfung auf regulatorische Änderungen zu konzentrieren, die für Ihr Unternehmen relevant sind
- Die Rechtsabteilung, das Risiko- und Compliance-Management sowie die zuständigen Geschäftsbereiche frühzeitig einzubinden und klare Prioritäten zu setzen
- Entscheidungen und Fristen auch bei bereichsübergreifender Zusammenarbeit transparent nachzuverfolgen
- Anpassungen an Richtlinien, Kontrollen und Prozessen den jeweiligen regulatorischen Anforderungen zuzuordnen
- Nachvollziehbar zu dokumentieren, welche Änderungen umgesetzt und wie diese überprüft wurden
Warum Prozesse im regulatorischen Änderungsmanagement ins Stocken geraten
Prozesse im regulatorischen Änderungsmanagement können bereits ins Stocken geraten, bevor Ihr Team überhaupt eine Entscheidung getroffen hat. Informationen zu regulatorischen Änderungen erreichen Unternehmen über Websites von Aufsichtsbehörden, E-Mails und Newsletter. Dadurch ist oft schwer nachvollziehbar, welche Änderungen bereits geprüft wurden oder ob sich mehrere Meldungen auf dieselbe regulatorische Entwicklung beziehen.
Eine Software für regulatorisches Änderungsmanagement kann hier Abhilfe schaffen, indem sie regulatorische Änderungen zentral erfasst und anhand der von Ihnen festgelegten Kriterien filtert.
Auch die manuelle Abstimmung zwischen verschiedenen Abteilungen kann Prozesse verzögern. Häufig muss zunächst die Rechtsabteilung eine neue Anforderung rechtlich einordnen, bevor die zuständigen Geschäftsbereiche über notwendige Anpassungen entscheiden können. Sind Meldungen, Zuständigkeiten und Fristen in unterschiedlichen Systemen erfasst, geht wertvolle Zeit für die Nachverfolgung des Bearbeitungsstands verloren.
Unsere Studie 2026 State of Risk & Compliance verdeutlicht, unter welchem Druck Risiko- und Compliance-Teams stehen. Auf die Frage, welche internen Herausforderungen in den vergangenen 12 Monaten zugenommen haben, nannten 38% der Befragten zusätzliche Verantwortlichkeiten ohne entsprechende Aufstockung der Ressourcen. 34% berichteten von zunehmenden Schwierigkeiten bei der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die Compliance-Arbeit insgesamt und nicht ausschließlich auf das regulatorische Änderungsmanagement.
Zu den häufigsten Herausforderungen im regulatorischen Änderungsmanagement zählen:
- Zu viele Informationsquellen und Meldungen ohne klar definierten Überwachungsumfang
- Uneinheitliche Bewertungskriterien für die Relevanz und Dringlichkeit regulatorischer Änderungen
- Fehlende zentrale Koordination bei der Übergabe von Aufgaben zwischen Rechtsabteilung, Compliance und Geschäftsbereichen
- Entscheidungen, Fristen und Nachweise, die über verschiedene Systeme verteilt sind
- Aufgaben, die als abgeschlossen markiert werden, ohne zu überprüfen, ob die erforderlichen Änderungen tatsächlich umgesetzt wurden
Regulatorisches Änderungsmanagement in fünf Schritten
Dieser fünfstufige Prozess für regulatorisches Änderungsmanagement lässt sich flexibel an die Abläufe in Ihrem Unternehmen anpassen. Jede Meldung oder Feststellung zu einer regulatorischen Änderung sollte zu einer dokumentierten Entscheidung führen. Erforderliche Maßnahmen müssen anschließend bis zu ihrer vollständigen Umsetzung nachverfolgt werden.
1. Relevante regulatorische Änderungen erfassen und filtern
Ausgangspunkt sind die Geschäftstätigkeit Ihres Unternehmens und die Märkte, in denen es aktiv ist. Legen Sie auf dieser Grundlage fest, welche Rechtsordnungen, Aufsichtsbehörden, Branchen und Themenbereiche Sie überwachen müssen. Berücksichtigen Sie dabei sowohl Konsultationsverfahren und Gesetzesentwürfe als auch verabschiedete Vorschriften, Änderungen bestehender Regelungen und Fristen für deren Inkrafttreten.
Wählen Sie verlässliche, offizielle Informationsquellen aus und legen Sie fest, wie häufig diese überprüft werden sollen. Indem Sie regulatorische Meldungen anhand der für Ihr Unternehmen relevanten Kriterien filtern, kann sich Ihr Team auf wesentliche Entwicklungen konzentrieren, ohne frühzeitige Gesetzesvorhaben zu übersehen, die sich später auf Ihr Unternehmen auswirken könnten. Bestimmen Sie zudem eine verantwortliche Person, die sowohl die eingehenden Meldungen prüft als auch die Liste der Informationsquellen aktuell hält.
NAVEX One Regulatory Change Management bündelt regulatorische Meldungen in einem zentralen System und filtert sie nach Rechtsordnung, Themengebiet und Verfahrensstand. So reduziert sich der manuelle Aufwand für die Recherche und Einordnung relevanter Änderungen. Jede Meldung wird automatisch mit Angaben zur Quelle, zum Veröffentlichungsdatum, zur Rechtsordnung, zum Themengebiet und zum Verfahrensstand in einem einheitlichen Format erfasst. Damit verfügen die zuständigen Prüfer über alle notwendigen Informationen, um die nächsten Schritte festzulegen.
2. Regulatorische Änderungen prüfen und priorisieren
Überprüfen Sie zunächst die Quelle und stellen Sie fest, ob es sich um eine doppelte Meldung handelt oder ob die Änderung mit bereits erfassten Entwicklungen zusammenhängt. Entscheiden Sie anschließend, ob die Änderung außerhalb Ihres Überwachungsumfangs liegt, weiter beobachtet werden muss oder eine Bewertung ihrer Anwendbarkeit und Auswirkungen auf Ihr Unternehmen erforderlich ist. Nutzen Sie dafür einheitliche Kriterien und dokumentieren Sie die Gründe für jede Entscheidung. In NAVEX One können Sie die Entscheidung, ihre Priorität und die Begründung direkt bei der ursprünglichen Meldung hinterlegen, statt diese Informationen separat zu erfassen. Auch wenn eine Meldung als nicht relevant eingestuft wird, sollte die Begründung für andere später nachvollziehbar sein.
Legen Sie für Änderungen, die Sie weiter beobachten möchten, einen Termin zur erneuten Prüfung oder einen konkreten Auslöser fest, beispielsweise die Veröffentlichung der endgültigen Vorschrift. Ist eine weitergehende Bewertung erforderlich, weisen Sie diese einer verantwortlichen Person zu und setzen Sie eine Frist, die bevorstehende regulatorische Termine berücksichtigt. In NAVEX One lassen sich Bearbeitungsstatus, Priorität, Begründung und nächster Prüftermin innerhalb desselben Workflows dokumentieren. So können alle Beteiligten jederzeit nachvollziehen, welche Entscheidungen getroffen wurden und welche Schritte als Nächstes anstehen.
3. Anwendbarkeit und Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten
Bei der Bewertung regulatorischer Auswirkungen wird zunächst ermittelt, welche Gesellschaften, Geschäftsaktivitäten, Produkte, Märkte oder Prozesse von einer Änderung betroffen sein könnten. Gleichen Sie die neuen Vorgaben mit bestehenden regulatorischen Verpflichtungen und internen Anforderungen ab. Beziehen Sie dabei sowohl die Personen ein, die für die rechtliche Auslegung der Anforderungen zuständig sind, als auch diejenigen, die die betroffenen Geschäftsprozesse verantworten.
Ermitteln Sie, welche Richtlinien, Kontrollen, Verfahren, Systeme und Berichtspflichten angepasst werden müssen. Sind auch Änderungen an Schulungen oder der Mitarbeiterkommunikation erforderlich, sollten diese frühzeitig in die Bewertung einfließen, damit die zuständigen Bereiche entsprechend planen können. Ein strukturierter Ansatz zur Bewertung von Ethik- und Compliance-Risiken hilft Teams dabei, regulatorische Änderungen mit bestehenden Risiken, Kontrollmaßnahmen und konkreten Maßnahmenplänen zu verknüpfen.
Priorisieren Sie die erforderlichen Maßnahmen anhand der Tragweite der Änderung, des Inkrafttretens und relevanter Umsetzungs- oder Durchsetzungsfristen. Berücksichtigen Sie dabei auch Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Teams und dokumentieren Sie die Gründe für die Priorisierung zusammen mit der freigegebenen Bewertung. Mit NAVEX One Regulatory Change Management können Sie die Auswirkungen regulatorischer Änderungen dokumentieren und direkt mit den betroffenen Richtlinien und Kontrollen verknüpfen. So erhalten die zuständigen Prüfer einen besseren Überblick darüber, welche Unternehmensbereiche von den neuen Anforderungen betroffen sind.
4. Maßnahmen planen und Verantwortlichkeiten festlegen
Erstellen Sie auf Grundlage der Bewertung einen konkreten Maßnahmenplan, aus dem hervorgeht, wer welche Aufgaben übernehmen muss. Legen Sie für jede Maßnahme eine verantwortliche Person, eine Person für die Freigabe sowie eine Frist fest. Berücksichtigen Sie dabei auch mögliche Abhängigkeiten von anderen Aufgaben.
Beschreiben Sie möglichst genau, welche Anpassungen erforderlich sind. Dazu können die Überarbeitung einer Richtlinie, die Einführung neuer Kontrollmaßnahmen oder Änderungen an bestehenden Systemen gehören. Beziehen Sie auch notwendige Anpassungen an Verfahren, Berichtspflichten, Schulungen und der Mitarbeiterkommunikation ein, damit die zuständigen Teams den gesamten Arbeitsaufwand realistisch planen können.
Legen Sie fest, wer eingreift, wenn Maßnahmen auf Widerstand stoßen oder ihre Umsetzung ins Stocken gerät. Klären Sie außerdem, wie der Maßnahmenplan angepasst wird, falls neue regulatorische Leitlinien eine andere Auslegung der Anforderungen erforderlich machen. Sind mehrere Teams beteiligt, sollte eine zentrale Ansprechperson die Gesamtkoordination übernehmen, während die einzelnen Verantwortlichen ihre jeweiligen Aufgaben steuern. Lassen Sie den Maßnahmenplan einschließlich aller Zuständigkeiten, Fristen und Prüftermine genehmigen. Ein dokumentierter Prozess hilft Teams dabei, regulatorische Änderungen von der ersten Meldung bis zur Umsetzung zu steuern und gleichzeitig sicherzustellen, dass Entscheidungen und Folgemaßnahmen miteinander verknüpft bleiben. NAVEX One unterstützt dies mit strukturierten Maßnahmenplänen, in denen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Fristen zentral erfasst und während der gesamten Umsetzung nachverfolgt werden können.
5. Maßnahmen umsetzen, überprüfen und Nachweise sichern
Setzen Sie die vereinbarten Maßnahmen um und lassen Sie anschließend überprüfen, ob die Umsetzung den Ergebnissen der Folgenabschätzung entspricht. Erst danach sollte der Vorgang abgeschlossen werden. Die Überprüfung muss sämtliche erforderlichen Maßnahmen umfassen und bestätigen, dass die vorgenommenen Änderungen wie vorgesehen funktionieren.
Stellen Sie sicher, dass die Nachweise zu den jeweiligen Maßnahmen passen. Bei der Aktualisierung einer Richtlinie sollten beispielsweise die freigegebene Version und ein Nachweis über ihre Veröffentlichung aufbewahrt werden. Änderungen an Kontrollmaßnahmen können Testergebnisse erfordern. Bei Systemanpassungen können Nachweise über erfolgreiche Nutzertests und die Abnahme oder eine Überwachung nach der Einführung notwendig sein. Bewahren Sie auch Schulungsnachweise, Mitarbeiterinformationen und Bestätigungen über regulatorische Meldungen auf, sofern diese Teil der Maßnahmen sind. Werden bei der Überprüfung Lücken festgestellt, müssen diese erneut in den Maßnahmenplan aufgenommen und mit einer verantwortlichen Person sowie einer neuen Frist versehen werden.
Verknüpfen Sie die ursprüngliche Meldung sowie alle späteren Änderungen oder ergänzenden Leitlinien mit der Folgenabschätzung, den Freigaben, Maßnahmen und Nachweisen. In NAVEX One entsteht so eine lückenlose Dokumentation – von der ursprünglichen regulatorischen Änderung über die Umsetzung bis zur abschließenden Überprüfung. Damit lässt sich jederzeit nachvollziehen, was wann geändert wurde, wer die Änderungen genehmigt hat und wie die erfolgreiche Umsetzung überprüft wurde.
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Manuelle Nachverfolgung vs. Software für regulatorisches Änderungsmanagement
Der grundlegende Prozess des regulatorischen Änderungsmanagements bleibt auch beim Einsatz einer Software unverändert. Der Unterschied liegt darin, wie viel Aufwand Ihr Team für die Überwachung, Koordination und Dokumentation manuell leisten muss. Bei einer überschaubaren Anzahl von Informationsquellen, Rechtsordnungen und Beteiligten kann die manuelle Nachverfolgung gut funktionieren. Mit zunehmender Komplexität wird es jedoch schwieriger, Meldungen, Entscheidungen, Fristen und Folgemaßnahmen miteinander zu verknüpfen.
Eine Software für regulatorisches Änderungsmanagement schafft hier Abhilfe: Sie filtert regulatorische Änderungen anhand der von Ihnen festgelegten Kriterien und bündelt deren Prüfung, die Zuständigkeiten und alle erforderlichen Nachweise in einem zentralen Workflow. Die Bewertung der Auswirkungen auf Ihr Unternehmen und die Entscheidung über notwendige Maßnahmen bleiben dabei weiterhin in der Verantwortung Ihres Teams.
| Funktion | Strukturierter Workflow mit Software | Manuelle Nachverfolgung |
| Überwachung und Klassifizierung | Filtert regulatorische Änderungen anhand der festgelegten Kriterien und ordnet sie nach Themengebiet und Verfahrensstand | Zuständige Mitarbeiter prüfen Informationsquellen und erfassen oder aktualisieren jede Meldung manuell |
| Prüfung und Bewertung | Dokumentiert Entscheidungen, Auswirkungen und Begründungen direkt bei der ursprünglichen Meldung | Entscheidungen sind häufig über E-Mails, Besprechungsprotokolle und Tabellen verteilt |
| Maßnahmenplanung und Verantwortlichkeiten | Bündelt zugewiesene Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Fristen in einem gemeinsamen Workflow | Teams nutzen separate Aufgabenlisten und müssen den Bearbeitungsstand manuell nachverfolgen |
| Verknüpfung mit Richtlinien und Kontrollen | Verknüpft regulatorische Änderungen mit den betroffenen Richtlinien, Kontrollen und weiteren Anforderungen | Teams müssen jede Änderung manuell den betroffenen Richtlinien und Kontrollen zuordnen |
| Überprüfung der Umsetzung | Dokumentiert Nachweise und Prüfergebnisse direkt bei der jeweiligen Maßnahme, bevor diese abgeschlossen wird | Teams organisieren die Überprüfung selbst und verknüpfen die Nachweise manuell mit dem jeweiligen Vorgang |
Best Practices für regulatorisches Änderungsmanagement
Unabhängig davon, ob Sie regulatorische Änderungen manuell oder mithilfe einer spezialisierten Software verwalten, sind klare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Überprüfungen entscheidend. Die folgenden Best Practices helfen Ihnen, Zuständigkeiten eindeutig zu regeln und sicherzustellen, dass Ihre Prozesse auch bei Veränderungen im Unternehmen den aktuellen Anforderungen gerecht werden.
Überwachungsumfang, Informationsquellen und Verantwortlichkeiten festlegen
Überprüfen Sie den Umfang Ihrer regulatorischen Überwachung, wenn Ihr Unternehmen neue Märkte erschließt, Produkte einführt oder seine rechtliche Struktur verändert. Stellen Sie sicher, dass Ihre Informationsquellen weiterhin alle relevanten Rechtsordnungen, Aufsichtsbehörden, Themengebiete, Geschäftsbereiche und Verfahrensstände abdecken. Dokumentieren Sie, wer für die Pflege dieser Quellen verantwortlich ist und wer die einzelnen Prozessschritte übernimmt – von der Prüfung eingehender Meldungen über die Freigabe notwendiger Maßnahmen bis hin zu deren Umsetzung.
Einheitliche Kriterien für die Prüfung und Wesentlichkeitsbewertung nutzen
Legen Sie einheitliche Kriterien fest, anhand derer die zuständigen Mitarbeiter entscheiden können, welche regulatorischen Änderungen außerhalb des Überwachungsumfangs liegen, welche weiter beobachtet werden müssen und welche eine Bewertung ihrer Anwendbarkeit und Auswirkungen auf das Unternehmen erfordern. Definieren Sie außerdem, wie Dringlichkeit und Wesentlichkeit einer Änderung beurteilt werden. Berücksichtigen Sie dabei die betroffenen Geschäftsaktivitäten, mögliche Risiken, den erforderlichen Umsetzungsaufwand und das Datum des Inkrafttretens. Eine kurze Begründung jeder Entscheidung hilft dabei, später nachzuvollziehen, warum vergleichbare regulatorische Änderungen unterschiedlich behandelt wurden.
Regulatorische Änderungen mit Anforderungen, Richtlinien und Kontrollen verknüpfen
Verknüpfen Sie relevante regulatorische Änderungen mit den dokumentierten Verpflichtungen Ihres Unternehmens und den betroffenen internen Prozessen. Muss eine Richtlinie aktualisiert werden, prüfen Sie auch, ob damit Anpassungen an Kontrollen oder Systemen verbunden sind. So stellen Sie sicher, dass kein beteiligtes Team notwendige Maßnahmen übersieht. Eine transparente Dokumentation dieser Zusammenhänge erleichtert zudem die Bewertung späterer Änderungen an bestehenden Vorschriften.
Verantwortlichkeiten, Fristen und Eskalationswege festlegen
Weisen Sie Maßnahmen konkreten Personen zu, statt sich auf ein gemeinsames E-Mail-Postfach zu verlassen. Planen Sie vor Ablauf regulatorischer Fristen ausreichend Zeit für interne Prüfungen und Tests ein. Legen Sie fest, wer bei überfälligen oder strittigen Aufgaben eingreift, wer verbleibende Risiken akzeptieren darf und wie Sie Änderungen bei der Auslegung regulatorischer Anforderungen kommunizieren. Alle Beteiligten sollten wissen, wann und über welche Kanäle sie Probleme melden oder eskalieren müssen.
Umsetzung überprüfen
Legen Sie bereits bei der Zuweisung der Aufgaben fest, welche Nachweise für die erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind. Lassen Sie von einer fachlich qualifizierten Person überprüfen, ob die Änderungen tatsächlich vorgenommen wurden, und führen Sie bei Bedarf entsprechende Tests durch. Freigaben, veröffentlichte Richtlinien, dokumentierte Systemkonfigurationen oder Ergebnisse von Kontrolltests sollten eindeutig belegen, dass die jeweilige Maßnahme vollständig umgesetzt wurde.
Prozesse messen und kontinuierlich verbessern
Erfassen Sie, wie viel Zeit die Prüfung und Umsetzung regulatorischer Änderungen in Anspruch nimmt, wie viele Bewertungen noch ausstehen und welche Maßnahmen überfällig sind. Überprüfen Sie außerdem, ob für abgeschlossene Vorgänge alle erforderlichen Nachweise vorliegen. Ein Vergleich der Ergebnisse nach Rechtsordnung, Themengebiet oder Geschäftsbereich hilft Ihnen, Verzögerungen und Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Nimmt die Zahl offener Vorgänge kontinuierlich zu, kann dies darauf hindeuten, dass die zuständigen Mitarbeiter zu viele irrelevante Meldungen erhalten, klarere Entscheidungskriterien benötigen oder nicht über ausreichend Zeit für die erforderlichen Prüfungen verfügen.
Regulatorisches Änderungsmanagement effizienter gestalten
Filtern Sie relevante regulatorische Meldungen, koordinieren Sie notwendige Maßnahmen und verknüpfen Sie Richtlinien, Kontrollen und Nachweise zentral mit NAVEX One Regulatory Change Management.
Häufig gestellte Fragen zum regulatorischen Änderungsmanagement
Wer ist für das regulatorische Änderungsmanagement verantwortlich?
Je nach Unternehmen übernehmen die Compliance-Abteilung, die Rechtsabteilung oder das Risikomanagement die Koordination des regulatorischen Änderungsmanagements. Die Rechtsabteilung unterstützt bei der Auslegung regulatorischer Anforderungen, das Risikomanagement bewertet die damit verbundenen Risiken und die Compliance-Abteilung koordiniert die erforderlichen Maßnahmen. Auch die Verantwortlichen für Geschäftsbereiche, Richtlinien, Kontrollen, operative Prozesse, IT, Schulungen und Drittparteienbeziehungen sollten eingebunden werden, sofern ihre jeweiligen Bereiche betroffen sind.
Was ist der Unterschied zwischen regulatorischer Überwachung und regulatorischem Änderungsmanagement?
Die regulatorische Überwachung dient dazu, neue und geänderte Vorschriften frühzeitig zu erkennen. Das regulatorische Änderungsmanagement legt hingegen fest, welche Maßnahmen Ihr Unternehmen daraus ableiten muss. Dazu gehören die Prüfung der Relevanz und Auswirkungen, die Zuweisung von Aufgaben und die Überprüfung der Umsetzung. Außerdem werden die Gründe für Entscheidungen dokumentiert – auch wenn eine regulatorische Änderung zunächst keinen Handlungsbedarf erfordert.
Welche Informationen sollte die Dokumentation regulatorischer Änderungen enthalten?
Die Dokumentation sollte die ursprüngliche regulatorische Änderung, deren Bewertung und die Nachweise über die ergriffenen Maßnahmen umfassen. Erfassen Sie zunächst die Quelle, das Veröffentlichungsdatum, die Rechtsordnung und den aktuellen Status. Ergänzen Sie anschließend die Entscheidung über die Anwendbarkeit einschließlich ihrer Begründung, die betroffenen Verpflichtungen oder Prozesse sowie die Risikobewertung und Priorität. Dokumentieren Sie außerdem Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Fristen, Freigaben und Umsetzungsnachweise. So können Prüfer den gesamten Verlauf zentral nachvollziehen.
Wie lässt sich die Wirksamkeit des regulatorischen Änderungsmanagements messen?
Die Wirksamkeit des regulatorischen Änderungsmanagements lässt sich unter anderem daran messen, wie schnell regulatorische Änderungen geprüft und erforderliche Maßnahmen umgesetzt werden. Ebenso wichtig ist die Qualität und Vollständigkeit der Dokumentation.
Weitere aussagekräftige Kennzahlen sind die Zeitspanne zwischen dem Eingang einer Meldung und ihrer ersten Prüfung, die Anzahl ausstehender Bewertungen, überfällige Maßnahmen sowie der Anteil abgeschlossener Vorgänge mit vollständigen Nachweisen. Wählen Sie Kennzahlen, die zum Überwachungsumfang und Risikoprofil Ihres Unternehmens passen. Ein schneller Abschluss allein bedeutet noch nicht, dass alle erforderlichen Änderungen ordnungsgemäß überprüft wurden.

